In der Nacht, wenn die Angst kommt
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In der Nacht, wenn die Angst kommt

Nachts ist es stiller – draußen und in uns. Was tagsüber noch von Terminen, Nachrichten und Pflichten überdeckt wird, meldet sich oft in den frühen Morgenstunden besonders deutlich. Viele Menschen kennen das: Sie liegen wach, starren an die dunkle Zimmerdecke – und plötzlich ist sie da, die nächtliche Angst.

Während der Corona-Pandemie war dieses Erleben für viele besonders spürbar. Leergefegte Straßen und eine Flut an beängstigenden Informationen haben Unsicherheiten verstärkt. Auch wenn diese Zeit hinter uns liegt, sind die Mechanismen dieselben geblieben: In Krisen oder angespannten Lebensphasen zeigt sich nächtliche Angst oft dann, wenn wir eigentlich zur Ruhe kommen wollen.

Warum fühlen wir uns nachts oft so hilflos und allein?

Tagsüber sind wir meist beschäftigt – mit Arbeit, Familie oder Erledigungen. Unser innerer „Lärmpegel“ ist hoch, und wir überdecken vieles mit Aktivität. In der Nacht fällt diese Ablenkung weg. Es ist ruhig, das Smartphone liegt (idealerweise) beiseite, das Zimmer ist dunkel. Genau dann bekommen kreisende Gedanken und unterdrückte Gefühle mehr Raum.

Wenn zusätzlich viele belastende Informationen auf Sie einprasseln – sei es durch Nachrichten oder persönliche Sorgen –, fühlt sich Ihr inneres System schnell überfordert. Ohne die gewohnte Ablenkung des Tages wirkt die nächtliche Angst oft größer, näher und unmittelbarer. Die Folge sind Grübelschleifen, körperliche Anspannung und das Gefühl, mit der eigenen Unsicherheit völlig allein zu sein.

Wie können Sie sich am Tag auf eine ruhigere Nacht vorbereiten?

Es klingt vielleicht paradox, aber: Nächte werden oft am Tag vorbereitet. Wer sich bewusst mit seinen Gefühlen befasst, solange es hell ist, erlebt die Dunkelheit häufig weniger bedrohlich. Ein wichtiger Schritt ist es, Nachrichtenquellen sorgfältig auszusuchen und den Konsum reißerischer Schlagzeilen zu begrenzen. Vertrauen Sie lieber auf seriöse, öffentliche Einrichtungen, um eine „Infodemie“ – eine Epidemie der verwirrenden Informationen – zu vermeiden.

Zudem hilft es, die Stunden vor dem Schlafengehen bewusst sanfter zu gestalten. Verzichten Sie kurz vor der Nachtruhe auf Sport oder schwere Mahlzeiten. Ein angenehm warmes Bad mit Aromen wie Lavendel oder Rose kann Ihnen helfen, sich zu entspannen. Schalten Sie Ihr Handy rechtzeitig aus und lüften Sie Ihr Zimmer gut durch. Wenn Sie sich bereits tagsüber mit Ihren Sorgen auseinandersetzen, geben Sie der nächtlichen Angst weniger Raum, Sie im Schlaf zu überraschen.

Welche Vorteile bietet eine psychologische Begleitung bei nächtlicher Unruhe?

Was verändert sich, wenn Sie sich Unterstützung suchen? Der größte Gewinn ist die Erkenntnis, dass Sie diesen belastenden Zuständen nicht schutzlos ausgeliefert sind. Als psychologische Beraterin biete ich Ihnen in Karben einen geschützten Raum, um gemeinsam auf die Ursachen Ihrer Unruhe zu schauen. Wir sortieren Ihre Gedanken und entwickeln individuelle Strategien, wie Sie wieder mehr Sicherheit gewinnen können.

Durch die psychologische Beratung lernen Sie, Warnsignale besser einzuschätzen und Mitgefühl mit sich selbst zu entwickeln. Statt sich von der nächtlichen Angst beherrschen zu lassen, gewinnen Sie Schritt für Schritt Ihre Handlungsfähigkeit zurück. Ein neutraler Blick von außen hilft oft dabei, aus der Schockstarre zu finden und die Nacht wieder als das zu erleben, was sie sein sollte: ein Ort der Erholung und Regeneration.

„Nächte müssen nicht nur mit Grübeln gefüllt sein. Manchmal beginnt mehr Ruhe damit, dass wir uns erlauben, nicht alles allein tragen zu müssen.“
Ihre MAGENTA Arnold-Nickel

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